Verstand und Unbewusstes Tag

Hinter deinem Ärger stecken neue Ressourcen (#007)


Danke, dass du mich ärgerst – Eine kurze Erklärung zu Schattenarbeit und ihrem persönlichen Nutzen

Was ist Schattenarbeit?

Schattenarbeit ist ein psychologischer Begriff, der auf die Arbeit mit den unbewussten, verdrängten oder abgelehnten Anteilen unserer Persönlichkeit abzielt. Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung prägte den Begriff des „Schattens“: Er beschreibt all jene Eigenschaften, Gefühle, Wünsche oder Erinnerungen, die wir aus Angst, Scham oder gesellschaftlichen Normen heraus nicht an uns selbst akzeptieren. Der Schatten ist also das „dunkle Ich“ – nicht im moralischen Sinne, sondern im Sinne des Unbewussten. Er enthält sowohl negative als auch positive, aber unterdrückte Anteile, wie z. B. Aggression, Eifersucht, Kreativität oder auch ungenutzte Talente.

Schattenarbeit bedeutet, sich bewusst mit diesen verborgenen Seiten auseinanderzusetzen. Das kann durch Selbstreflexion, Therapie, kreative Prozesse oder auch durch Konflikte mit anderen geschehen. Der Titel „Danke, dass du mich ärgerst“ spielt darauf an, dass gerade Menschen, die uns herausfordern oder verletzen, uns oft unbewusst mit unserem eigenen Schatten konfrontieren. Sie spiegeln uns Eigenschaften, die wir bei uns selbst nicht sehen oder ablehnen.

Beim Entdecken von Schattenanteilen ist eine Gruppe immer hilfreich. Andere Menschen helfen beim Erkennen und Übersetzen. Hier geht es zum Kurs.

Warum ist Schattenarbeit wichtig?

  1. Selbsterkenntnis und Wachstum Indem wir uns mit unserem Schatten beschäftigen, lernen wir uns selbst besser kennen. Wir verstehen, warum wir auf bestimmte Situationen oder Menschen emotional reagieren. Das ermöglicht uns, bewusster und authentischer zu leben.
  2. Integration statt Verdrängung Verdrängte Anteile kosten Energie. Schattenarbeit hilft, diese Anteile zu integrieren – statt sie zu bekämpfen. Das führt zu mehr innerer Ruhe und Selbstakzeptanz.
  3. Verbesserte Beziehungen Oft projizieren wir unseren Schatten auf andere: Wir kritisieren bei anderen, was wir bei uns selbst nicht zulassen. Durch Schattenarbeit erkennen wir diese Muster und können Beziehungen konstruktiver gestalten.
  4. Kreativität und Potenzial Im Schatten liegen nicht nur Ängste, sondern auch ungenutzte Stärken. Wer sich mit ihm auseinandersetzt, kann verborgene Talente und Lebensenergie freisetzen.

Persönlicher Nutzen: Warum lohnt es sich?

  • Mehr Authentizität: Du lebst weniger in Abwehr und mehr im Einklang mit dir selbst.
  • Emotionale Freiheit: Du wirst weniger von unbewussten Mustern gesteuert und gewinnst Handlungsfreiheit.
  • Resilienz: Alles was wir integrieren, bzw. ans Licht bringen, stärkt unseren Selbstwert und die Integrität.
  • Tieferes Mitgefühl: Wenn du diesen Mechanismus verstanden hast, kannst du auch anderen mit mehr Verständnis begegnen.

Wie beginnt man mit Schattenarbeit?

  • Achtsamkeit: Beobachte, welche Emotionen oder Reaktionen in dir aufkommen, wenn dich jemand „ärgert“. Frage dich: „Was löst das in mir aus?“ und „Kenne ich das von mir selbst?“
  • Journaling: Schreibe über Situationen, die dich triggern, und hinterfrage, was sie über dich verraten.
  • Seminar: Mit der Aussensicht von anderen Menschen kommt man schneller zu den eigenen Themen. Und man fühlt sich nicht alleine damit. Denn: Allen geht es gleich!
  • Therapie oder Coaching: Manchmal kann professionelle Begleitung helfen, diese Muster zu erkennen.
  • Kreative Methoden: Malen, Träume deuten oder Rollenspiele können den Zugang zum Unbewussten erleichtern.

Fazit: Schattenarbeit kann herausfordernd, aber auch lustvoll sein. Auf jeden Fall führt sie zu mehr Klarheit, Freiheit und Lebensfreude. Der Titel „Danke, dass du mich ärgerst“ erinnert uns daran, dass gerade die Menschen und Situationen, die uns herausfordern, wichtige Lehrerinnen oder Lehrer sein können – wenn wir bereit sind, hinzuschauen.

Frage an dich: Gibt es eine Situation oder eine Person, die dich besonders triggert?

An diesem Kurs kannst du das auflösen, garantiert. Und mit Hilfe der ZRM-Methodik kommen deine neuen Erkenntnisse gleich in Handlung.Und: Wir werden viel lachen!

 

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Selbstmanagement mit Mañana-Kompetenz (#006)

Maja Storch hat in Zusammenarbeit mit anderen Fachexpert*innen weitere schlaue Selbstmanagement-Ideen entwickelt. Im Folgenden möchte ich hier kurz die Idee der „Mañana-Kompetenz“ vorstellen. Ich finde den Inhalt eine Super-Ergänzung zum Zürcher Ressourcen Modell ZRM®, weil es da ja oft auch um Entspannung und Gelassenheit geht.

Work-Life – Balance kann zur Falle werden, wenn sie uns zwingt, noch mehr gesunde und sinnvolle Dinge in unseren ohnehin schon übervollen Terminkalender zu packen. Wir müssen etwas anderes lernen: Locker lassen und wieder spüren, was wir wirklich brauchen. Genauer gesagt, was wir brauchen, um unsere Batterien wieder aufzuladen. Damit ist körperlich der Parasymphatikus gemeint. Jenes vegetative Nervensystem, welches uns Menschen wieder in den Ruhezustand bringt.

Im Buch erfahren Sie

  • dass man besser von Balance als von Work-Live-Balance sprechen sollte
  • wie die beiden Gegenspieler des vegetativen Nervensystems Symphatikus und Parasymphatikus aufeinander wirken
  • dass Menschen auf unterschiedliche Art ihre Batterien aufladen
  • wie sie ihre individuelle Mañana Zone herausfinden
  • und wie sie deren Umsetzung auf gute und Art in ihren Alltag bringen können

Mañana-Kompetenz ist also kein Aufruf zur Faulheit, sondern eine essentielle Fähigkeit, um in einer hektischen Welt gesund und zufrieden zu bleiben. Sie ermöglicht es, bewusst Pausen zu machen, die eigene Mitte zu finden und das Leben mit mehr Gelassenheit zu gestalten.

Mañana-Zonen

Jeder Mensch hat andere Mañana-Vorlieben, sogenannte Mañana-Zonen:

Wärme – z.B. warme Bäder oder Sonnenlicht

Sport – Körperliche Aktivität zur Stressreduktion

Rückzug – Zeit allein zur Selbstreflexion

Aktivierbarkeit – einfache Tätigkeiten, die Freude bereiten

Geselligkeit – soziale Kontakte pflegen

Intellektuell – musische Betätigung – kreative oder geistige Aktivitäten

Spiritualität – z.B. Meditation oder Naturerlebnisse


Was bei mir persönlich immer wirkt – also meine effektivste Mañana-Strategie ist, ist „Mäandern“. Es befriedigt und entspannt mich total, wenn ich …

  • ohne Ziel und Zeitdruck durch die Stadt flanieren kann
  • einfach der Nase nach gehen darf
  • und dabei selber entscheiden darf, wie lange ich irgendwo verweilen möchte

 

Meine persönlichen Erfahrungen
Beim Vorbereiten eines Referats an einer grossen Schule habe ich für mich selber gemerkt, dass ich noch „zu viel“ erregt durch den Alltag gehe. Auch wenn ich schon viel tue für meine Erholung und meine Integrität, scheine ich trotzdem zu viel noch im Stressmodus zu sein ohne dies selber zu bemerken. Diese Fragen haben mich aufgeschreckt:

  • Lese, schaue ich fern oder arbeite ich, wenn ich alleine am Essen bin?
  • Bin ich auch dann online, wenn es gar nicht nötig wäre?
  • Zappe ich dauernd, wenn ich alleine fernsehe?
  • Wäre es eine seltsame Vorstellung, drei Wochen ohne Internet am Meer oder in den Bergen?
  • Habe ich in der Freizeit oder am Wochenende den Drang, in die Emails zu schauen?

So habe ich mir für den Alltag bewusst einige Selbstmanagementstrategien eingeführt:

  • Leere Zeiten im Alltag mehr bewusst geniessen.
  • Konsequent mehr Offline-Phasen, d.h. weniger auf Plattformen sein und auch am Computer
  • mehr offline arbeiten.
  • Wenn ich alleine Esse tue ich nichts mehr gleichzeitig.
  • Auf Spaziergängen lasse ich das Smartphone zu Hause.
  • Ich schaffe mir wieder eine Uhr an, damit ich weniger aufs Smartphone schauen muss.

 

Lust auf ein ZRM-Seminar? Hier geht es zu den aktuellen Terminen. Sie finden auch einen Online-Schnupperkurs zur „Mañana-Kompetenz“:  https://www.urseisenbart.ch/angebot-zrm/

Gerne komme ich mit dem Thema auch in Ihre Organisation. Hier geht es zum Flyer „Das Mañana-Konzept“.

 

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Verstand und Körper kommunizieren über Bilder (#005)

Bilder sind eine Brücke zwischen Verstand und Unbewusstem. Das heutige Selbstmanagement-Häppchen fokussiert darauf.

«An jedem Wort hängt ein Bild und an jedem Bild hängt ein Gefühl.» (Wilma Bucci)

Wie wir uns das zu Nutze machen können, sei hier an 4 Beispielen dargestellt:

1- Für einen erfolgreichen Übergang vom «Abwägen zum Wollen» werden im ZRM der Verstand und das Unbewusste über Bilder in Einklang gebracht. Bilder dolmetschen sozusagen was unser Unbewusstes zu einer Sache meint. Das können passende äussere Bilder oder auch innere Vorstellungen sein (siehe auch Häppchen #001).

2 – Dies ist auch im Umgang mit sogenannten SMART-Zielen zu beachten. Weil SMART-Ziele aus dem Verstand kommen, wirken sie motivational oft zu schwach. Der Umweg über bildhafte Motto-Ziele ist fürs Selbstmanagement erfolgsversprechender. Statt «Ich grenze mich besser ab» bildhaft formulieren. Zum Beispiel «Ich bin ich, gehe kraftvoll durchs Leben und schütze meine Bärenenenergie» oder «Dein Bier – Mein Hugo». Wobei zu beachten ist, dass jeder Mensch sein individuelles stimmiges (Wort-)Bild benötigt. Was bei mir positiv anklingt, kann bei einer anderen Person negative Affekte auslösen (siehe auch Häppchen #002).

3 – In meiner Beratungspraxis benutze ich oft Bildsprache, um einen Sachverhalt auszudrücken. Hier drei Beispiele:

– «Reibungswärme ist gesünder als Friedhöflichkeit». Da wissen alle sofort, was gemeint ist. Man muss keinen Vortrag halten, warum es mehr Aushandlungsprozesse und Feedback braucht.

– Die Problematiken bei einer Fusion von zwei Abteilungen werden schnell verständlich, «wenn Räuber Hotzenplotz und Schneewittchen zusammenziehen sollen».

– Eine Kundin hat eine Arbeit angenommen, mit deren Praxis sie später Zugang zu einem Lieblingsarbeitsfeld bekommen kann. Im Moment kämpft sie mit ihrer Motivation, da viele ihrer Werte «korrumpiert» werden. Ihr hat das Bild geholfen, dass sie sich im Moment auf «einer strengen Forschungsreise befindet, wo sie für später viele wichtige Entdeckungen machen kann».

4 – Wenn wir uns darin üben, Themen aus der bewussten Verstandessprache in die Bildsprache des Unbewussten zu übersetzen und umgekehrt ist das nicht nur fürs Selbstmanagement und das Coaching nützlich, sondern auch individuell wertvoll. Denn Menschen mit dieser so genannten «referenzieller Kompetenz» verfügen auch über eine bessere psychische Gesundheit. (siehe auch Storch et al. (2022): «Selbstmanagement – ressourcenorientiert», S. 158.

Lust auf ein ZRM-Seminar: https://www.urseisenbart.ch/angebot-zrm/

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