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Pandemie Tag

Respekt und Mitgefühl – Los! (#003)

An einem kleinen Beispiel aus dem Pandemiegeschehen können wir bei uns selber feststellen, wie respektvoll man anderen Haltungen und Meinungen begegnen und dabei das Menschliche in den Mittelpunkt stellen kann. Zuweilen gehen ja die Diskussionen zwischen Virenschutz und Massnahmen, sowie Wirtschaft und Menschen weit auseinander. Und werden ziemlich gehässig geführt.

Geht man auf die existenzielle Ebene, welche die Motive und Bedürfnisse von Menschen mitberücksichtigt, können hinter all diesen Positionen Bedürfnisse wie Sicherheit, Freiheit, Autonomie oder auch Nähe und Verbindung festgestellt werden. Werden diese existenziellen Bedürfnisse in Frage gestellt, entsteht beim Einzelnen Angst und somit körperlicher Stress.

Während bei den einen Menschen die Angst vor Ansteckung grassiert, ängstigen sich andere vor Impfschäden. Bei wiederum anderen herrscht die Angst vor wirtschaftlichem Existenzverlust oder man fürchtet sich um die Demokratie oder die persönliche Freiheit.

Ich selber habe vor dem Virus Respekt, mache mir aber um meine Gesundheit keine Sorgen. Mein persönlicher Stress speist sich vielmehr aus der Angst vor Einschränkungen in Bezug auf Freiheit und Autonomie. Diese Angst hat mich in den letzten Monaten immer wieder schnell in Rage gebracht. Man versucht dann, die anderen Positionen (und die Menschen dahinter) zu bekämpfen, sie abzuwerten und lächerlich zu machen.

Mein Blickwinkel verengte sich, ich verlor das Interesse für die anderen Meinungen. Mittlerweile gelingt es mir ziemlich gut, den verschiedenen Positionen und den Menschen, die sie vertreten, Mitgefühl entgegen zu bringen. Im Wissen darum, dass alle unsere menschlichen Bedürfnisse wichtig sind und die einzelnen Vertreter*innen lediglich Aspekte davon repräsentieren.

Einerseits hilft mir das, das ganze Spektrum an Informationen vergleichen zu können und mir eine gute eigene Meinung zu machen. Zudem entwickle ich selber weniger Stresshormone in meinem Körper. Zusammen mit dem Mitgefühl stärkt das auch mein Immunsystem.

Zielbezogen für die Pandemie zum Beispiel bedeutet dies, dass sämtliche Vorgehensweisen und Regelungen unter dem Aspekt aller Bedürfnisse angeschaut und betrachtet werden. Das erhöht die Chance, dass alle Menschen freiwillig und engagiert kooperieren. Widerstand ist ein Indikator dafür, dass diesbezüglich noch Baustellen sind.

Das gilt nicht nur für Staaten, sondern auch für Organisationen und Teams, Schulklassen und Familien. Es lohnt sich, in Führung und Erziehung stets die menschlichen Bedürfnisse auf dem Radar zu haben. (» Führungstraining)

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